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Piemontreise vom 23. - 30. September 2017
Am 23. September fuhren wir mit Bahn oder Privatautos nach Torre Pellice im Piemont. Dort bezogen wir eine einfache Unterkunft im Zentrum der Waldensertäler. Unsere Woche begann mit dem Besuch des Gottesdienstes in einer übervollen Kirche. Im waldensischen Museum erhielten wir einen Überblick über die Geschichte der Waldenser von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. Nach der Theorie wurde es konkret: Auf dem Sentiero dei Valdesi besuchten wir einen traditionellen Schulraum einer Berggemeinde aus dem 19. Jahrhundert, ausgestattet mit den originalen Schulbänken aus Holz, einem Lehrerpult, einem alten Ofen und altem Lernmaterial. Auf eindrückliche Weise erlebten wir die Atmosphäre einer Bergschule, von denen es in den Waldensertälern eine beträchtliche Anzahl gab. Wir wurden auch auf die Rolle der Frau im internationalen Protestantismus und im täglichen Leben der Waldenser aufmerksam gemacht. Auf der Wanderung hielten wir bei einer markanten Steinsäule eine kurze Rast. Sie erinnert an die hier abgehaltene „Synode" von 1532, auf der der Anschluss der Waldenser an die Reformation beschlossen wurde. Der Besuch der geräumigen Höhle im Angrognatal rundete den Tag ab. Hier versammelten sich die Waldenser in Zeiten der Verfolgung, um sich darin zu verstecken und gemeinsam Gottesdienst zu feiern.
Ein weiterer Tag war der Geschichte und dem Leben der Gemeinde von Rora gewidmet. Im Museum wurde uns die Arbeit in den lokalen Steinbrüchen vermittelt.
Beeindruckend war die lange, kurvenreiche Fahrt ins Val Germanasca, wo wir eine Talkmine besuchten. Früher diente der Talk als Puder für Säuglinge. Heute verwendet man den gemahlenen Talk in der Kosmetik, bei der Herstellung von Gummi, modernen Autokarosseriefarben und Isolationsmaterialien in der Elektrotechnik. Ein Blick in die Kirche von Prali war ein Muss, ist sie doch die einzige Waldenserkirche, die während der Verfolgung nicht zerstört wurde. Grund: Sie wurde vorübergehend als katholische Kirche benützt.
Wir blicken auf eine lehrreiche und interessante Woche zurück, in welcher auch das gemütliche Beisammensein nicht zu kurz kam. Für diese Reise möchten wir Simone Wüthrich und Laura Cardozo herzlich danken. 
Margrit und Hansueli Hurter

Fotogalerie Piemontreise